Das vergangene Jahr hat viele Änderungen gebracht, die durchaus beängstigend sind. Der unfassbare Terror im Namen Gottes durch den IS, Krieg in der Ukraine, wiederholte Anschläge gegen die Menschlichkeit in verschiedenen Ländern, so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr.

Gerne werden die sich hieraus ergebenden, unbestimmten Ängste um Sicherheit und Zusammenleben bei uns von rechten Schwadroneuren ausgenutzt. Da wird von Überfremdung gefaselt und Mitbürger nicht christlichen Glaubens und ausländischer Herkunft alle in einen Topf mit Islamisten geworfen. Wohl in der Hoffnung, niemand möge daran denken, dass Fanatiker – ob von links, rechts oder religiös motiviert – dem Gemeinwohl noch nie genutzt haben. Entlarvend ist aber vor allem das Bild von Deutschland, das hier entworfen wird und das manche im Sinn haben.

Dabei sind typisch deutsch lateinische Buchstaben, arabische Zahlen, Baguette zum Raclette an Silvester und chinesische Böller in der Silvesternacht. Wir lieben die Kartoffeln aus Südamerika, gerne auch als belgische Fritten und Nachos im Kino. Bananen aus Afrika sind unsere Lieblingsfrüchte und wenn’s schnell gehen soll, muss es auch mal die italienische Pizza mit Tomate & Mozzarella tun. Musikalisch gibt bei uns immer noch Pop aus UK und USA den Ton an, die beliebteste Sportart mit dem letztjährigen Weltmeister aus Deutschland kommt aus England und der Mann für die moralische und religiöse Orientierung aus dem heutigen Israel und Palästina.

Wer in Deutschland Angst vor Überfremdung hat, ist wahrscheinlich nicht von hier. Oder kennt sich nicht so gut in Geschichte aus. Es wird dabei auch gerne übergangen, dass Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft Deutschland auszeichnen – kein anderes Land hat im letzten Jahr so vielen Flüchtlingen Zuflucht gewährt.

Auch Troisdorf hat einen guten Anteil daran. Wir sind deshalb stolz darauf erreicht zu haben, dass ab 2015 Flüchtlinge vor allem dezentral und vorzugsweise nicht mehr in Containern untergebracht werden sollen. Zumal Container anders als normale Häuser für eine Stadt keine Wertanlage darstellen – weder bei Errichtung für die umliegenden Anwohner noch bei einem späteren Verkauf. Der beste Weg ist aus unserer Sicht immer noch die Integration durch miteinander reden und gemeinsames Handeln. Wegschauen und Ausgrenzen hat noch nie bei der Bewältigung von Aufgabenstellungen geholfen.

Trotz aller politischen und wirtschaftlichen Risiken sehen wir dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen. Wir werden uns der Umsetzung vereinbarter Ziele widmen und haben natürlich weiterhin jederzeit ein offenes Ohr für alle Anliegen, unsere Stadt und unser aller Zusammenleben zu verbessern.

Wir wünschen allen ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2015

Leopold Müller, Wolf Roth

Zuflucht gesucht

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