Vergangenes Jahr hatte sich der Betreiber MineralPlus eine Verlängerung der Öffnungszeiten sowie eine Ausweitung der einzulagernden Materialien durch die Bezirksregierung genehmigen lassen. Nach eigenem Bekunden aber nur, weil ansonsten ein Abschluss der Arbeiten nicht mehr wie geplant bis 2026 zu erreichen sei. Der aktuelle Rückstand auf die ursprüngliche Planung liegt aktuell bereits bei drei Jahren. Für den Betreiber stellt es offensichtlich wohl keine Option dar, statt der Erweiterung einzulagernder Materialien und einer Ausweitung der Öffnungszeiten einfach nur weniger Material als geplant dort einzulagern.

Blick über den neuen Deponie-Abschnitt

Blick über den neuen Deponie-Abschnitt

Neben diesem Thema darf auch immer noch spekuliert werden, inwieweit der erst 2013 zustande gekommene Abschluss der Dichtwand oberhalb der Deponie (bis 23 Meter tief in den Boden eingelassen) sowie die Abholzung großer Waldflächen im letzten Jahr dazu beiträgt, dass in Spich Keller von Häusern im Einzugsbereich der Deponie gelegentlich wieder mit Wasser geflutet sind.
Die in Form eines Regenschirms oberhalb der Deponie eingelassene Dichtwand sorgt augenscheinlich dafür, dass der Betreiber stolz verkünden kann, dass mit der Errichtung der Dichtwand sogar die Pegel bei den Grundwasser-Messungen an den wenigen Messungsstellen zurückgegangen seien. Nun ist dies kein wirklich überraschendes Ergebnis, da die wenigen Messplätze unterhalb des Schirms liegen und es in der Natur von Abschirmungen liegt, Wassermengen darunter zu vermindern.

Arbeiten auf der Sondermülldeponie

Arbeiten auf der Sondermülldeponie

Dass diese Argumentation kaum zu halten ist und auf wenig aussagekräftigen Daten beruht, hat man wohl auch beim Betreiber erkannt, denn Messwerte liegen dem beauftragtem Ingenieur-Büro und der Bezirksregierung zwar vor, allerdings ist nicht bekannt, ob überhaupt Auswertungen existieren.

Richtung Spich sollen daher im Laufe 2015 insgesamt 28 Stellen zur Grundwassermessung errichtet werden, davon 11 Stück innerhalb der nächsten zwei Monate. Ergebnisse der Messungen sollen wie bisher im Internet öffentlich zugänglich sein, wobei Pegel wöchentlich und Qualitätsmessungen monatlich erfolgen.

Neues Rückhaltebecken

Neues Rückhaltebecken

Die schlechte Nachricht: Ab April erfolgt der Start mit Null-Messungen über ein paar Monate, dann erst können regelmäßige Messungen beginnen – Ergebnisse sind nicht vor 2016 zu erwarten. Für die betroffenen Bürger in Spich bleibt damit auf absehbare Zeit die Ungewissheit.

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